Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Browserkrieg: Microsoft drohen Sanktionen

Freie Wahl des Internetbrowsers? Die EU-Kommission in Brüssel untersucht, ob Microsoft erneut gegen das Wettbewerbsrecht verstößt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Anwender zur Nutzung des Internet Explorers zu zwingen. Bereits 2009 wurde dagegen vorgegangen und die Auflage erteilt, den Anwender über ein Auswahlfenster selbst entscheiden zu lassen, welchen Browser er installieren möchte. Entgegen der damaligen Zusage ist diese Option jedoch wieder vom Bildschirm verschwunden.

Kartellverfahren eingeleitet

In Brüssel wurde nach den Beschwerden von Konkurrenz-Unternehmen ein Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet. Der Vorwurf: unlautere Geschäftspraktiken. Bis 2009 hatte Microsoft automatisch den unternehmenseigenen Internet Explorer installiert. Nachdem die EU-Kommission eingegriffen hatte, wurde ab dem Betriebssystem Windows 2010 ein Auswahlfenster angezeigt, in welchem du statt dem Internet Explorer deinen Lieblingsbrowser auswählen konntest.

Mit einem Windows 7 Update im Februar 2011 verschwand die Auswahlmöglichkeit wieder.

EU-Kommission droht mit Konsequenzen

Noch im Dezember 2011 versicherte Microsoft der EU-Kommission, dass die Auswahlmöglichkeit nach wie vor bestünde. Die Beschwerden der Konkurrenz besagten das Gegenteil. Inzwischen hat das Software-Unternehmen eingeräumt, gegen die Auflage zu verstoßen – bei neueren Windows-Versionen wird wieder automatisch der Internet Explorer installiert und du kannst nicht mehr wählen, mit welchem Browser du surfen möchtest.

Der zuständige EU-Wettbewerbskommissar zeigt sich entrüstet: Noch nie habe ein Unternehmen gegen eine Auflage der Kartellbehörde verstoßen. Er fordert Microsoft auf, die Auswahlmöglichkeit wieder zur Verfügung zu stellen, andernfalls würde ein hohes Bußgeld drohen. Dieses errechnet sich anteilig aus dem Jahresumsatz: Bis zu zehn Prozent sind möglich.

Keine Ausnutzung der Monopolstellung

Auch in den USA wird Microsoft kritisch beäugt. Anlass gab eine Beschwerde des Konkurrenten Mozilla, welcher den kostenlosen Browser Firefox anbietet. Der Grund: Auf einigen Computern kannst du seit Windows 8 überhaupt keinen anderen Browser als den Internet Explorer installieren. Der Rechtsausschuss des US-Senats wirft Microsoft eine Ausnutzung seiner Vormachtstellung vor. Der US-Senat und die EU-Kommission sind sich einig, dass dem Einhalt geboten werden muss. Microsoft müsse verpflichtet werden, die Installation der Browser von Drittanbietern zu ermöglichen.

Chrome, Opera und Firefox unsicher und unausgereift?

Microsoft begründet die Maßnahme mit sicherheitstechnischen Bedenken und programmiertechnischen Schwierigkeiten, Browser von Drittanbietern auf Geräten mit ARM-Prozessoren zu installieren. Kritiker halten diese Begründung für einen Vorwand, denn zur Installation von Firefox wäre lediglich, wie auch bei x86 erfolgreich von Microsoft umgesetzt, eine Programmierschnittstelle erforderlich, auf dem Chromebook „Daisy“ läuft Google Chrome problemlos mit einem ARM-Prozessor von Samsung und auch Opera und Safari ließen sich eigentlich problemlos installieren und nutzen.

Auswirkungen auf den Markt

Mit über 90 Prozent Windows-Nutzern in Europa liegt Microsoft deutlich an der Spitze der Betriebssysteme. Doch was tust du, wenn Microsoft nicht einlenkt und du deinen Lieblingsbrowser nicht mehr installieren kannst?

Zahlreiche Anwender haben angekündigt, künftig beim Kauf von neuer Hardware auf andere Betriebssysteme auszuweichen.

Kommentare
Kommentar verfassen
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2007-2018 by Curido Marketing GmbH