Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Die DIY-Welle rollt nach Deutschland

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Nähen, Backen, Stricken und Kochen – was früher den Omas und Müttern vorbehalten war, begeistert in letzter Zeit auch immer mehr jüngere Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Erfolgreiche Unternehmensberaterinnen treffen sich mit Freundinnen nach Feierabend nicht mehr in einer Bar, sondern in den eigenen vier Wänden zum Handarbeiten und Studentinnen veranstalten gemeinsam einen Back- und Bastel-Nachmittag. Sogar das britische Top-Model Kate Moss kocht mit wachsender Begeisterung Pflaumenmarmelade mit Früchten aus dem heimischen Garten ein, wie sie vor kurzem in der Presse bekannt gab. Die Do-it-yourself-Welle, kurz DIY, ist aus den USA zu uns nach Deutschland geschwappt und sie ist nicht mehr aufzuhalten.

Selber machen ist wieder in

Nie hat selber machen so viel Spaß gemacht und so viel Aufmerksamkeit erfahren wie heute: Frauen nähen Kleidung für ihre Kinder selber, bemalen Geschirr, kochen aufwendige Menüs und backen mehrstöckige Torten. Junge Frauen leihen sich von ihren Müttern Stricknadeln und stricken einen Schal für ihren Liebsten. Wer noch mehr Geschick hat, bezieht seine Stühle neu oder restauriert alte Schränke. Ein weiterer Trend, der aktuell sehr angesagt ist, ist das Upcycling: Dinge, die eigentlich in den Müll wandern sollen, bekommen mit etwas Fingerspitzengefühl und Kreativität eine zweite Chance. Aus einem ausgedienten Wollpulli wird so ein hübsches Sofakissen, eine alte Schublade verwandelt sich mit frischem Anstrich in ein außergewöhnliches Regal oder aus einer Wasserflasche wird eine Dokumentenrolle.

Kurz gesagt: Ein kreativer Protest gegen die Wegwerfgesellschaft. Die Vorteile des Selbermachens liegen klar auf der Hand: Die Stücke können individuell nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden und sind vor allem eins: einzigartig. Außerdem spart man in den meisten Fällen jede Menge Geld. Auch die Medien haben den Trend längst aufgegriffen: Mittlerweile gibt es in fast allen Frauen- und Wohnmagazinen eine Foto-Strecke mit kreativen Ideen zum Selbermachen oder Do-it-yourself-Formate im Fernsehen.

Online-Marktplätze boomen: Dawanda und etsy

Online-Marktplätze für selbstgemachte Produkte und Handarbeitsbedarf wie Dawanda aus Deutschland oder Etsy aus den USA unterstützen und verstärken den beliebten DIY-Trend. So können auf Dawanda selbst gemachte Produkte wie zum Beispiel Schmuck, Bekleidung, Kunst, Spielzeug, Möbel und vieles mehr in einem eigenen Online-Shop präsentiert und verkauft werden – und das sogar in kleinen Auflagen.

Bei Dawanda gibt es aktuell über 120.000 Shops von Kreativen und Designern, die so Käufer für ihre Unikate finden und darüber hinaus Kontakte knüpfen können. Bei dem amerikanischen Pendant etsy, das im Jahr 2005 gegründet wurde, sind aktuell über 800.000 Verkäufer aktiv. Beachtlich: Die Käufer und Verkäufer der handgemachten Produkte kommen aus rund 150 Ländern.

Blogs als kreative Plattform

Das präsentieren von Selbstgemachtem funktioniert auf wohl kaum einer Plattform so gut, wie auf Blogs. Die ursprünglich als Web-Tagebücher konzipierten Weblogs erfreuen sich insbesondere bei Frauen wachsender Beliebtheit. Dort werden Rezepte ausgetauscht, neueste DIY-Projekte inklusive Anleitungen präsentiert und über die Kommentarfunktion in den meisten Fällen jede Menge Lob anderer Bloggerinnen eingeheimst.

Viele ambitionierte Kreative, darunter immer mehr Männer, nutzen die Blogs zunehmend, um ihre Produkte oder ein bereits bestehendes kleines Unternehmen bekannter zu machen.

Bildquelle: aboutpixel.de / Sissifussarbeit © Rosita Sellmann

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