Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Facebook an die Börse?

Facebook Gründer Mark Zuckerberg
Der Blog des Wallstreet-Journal „Al Things Digital“ ließ es schon im Januar verlauten: Facebook will noch im Mai 2012 an die Börse. Nun verdichten sich die Hinweise – konkret seien der 17. oder der 24. Mai anvisiert, wie die US-Medien berichten. Noch fehlt Facebook laut CNBC die Genehmigung der amerikanischen Börsenaufsicht. Kritiker bemängeln, dass ein Börsengang auf Kosten der Nutzer erfolge und auch Facebook-Gründer Zuckerberg scheint nicht ganz so zufrieden mit der Entscheidung.

Fünf Milliarden Dollar in Aktien?

Das weltweit größte soziale Netzwerk Facebook soll die Übernahme des Fotodienstes „Instragram“ nur zu einem Teil in bar und die Restsumme durch eigene Aktien beglichen haben. Je Aktie wurde ein Wert von 30 US-Dollar angenommen, was auf einen Börsenwert von 75 bis 100 Milliarden Dollar schließen lässt, errechnete die New York Times. Facebook selbst geht eigenen Angaben zufolge von einem Börsenstart in Höhe von 5 Milliarden Dollar aus.

Zuckerberg fürchtet Kontrollverlust

Der junge Facebook-Gründer fürchtet offensichtlich, dass ihm durch den Börsengang die Fäden aus der Hand genommen werden könnten. Der Erhalt der Kontrolle über das Unternehmen soll durch eigene Aktien gesichert werden: Indem Zuckerberg sogenannte „Super-Aktien“ mit jeweils mehrfachen Stimmrechten erhält, würde seine Meinung schwerer wiegen als die anderer Aktionäre.

Auswirkungen für Facebook-Nutzer

Facebook finanziert sich bisher über Werbung, die exakt auf die Nutzer abgestimmt ist. Bist du selbst bei Facebook aktiv, werden dort einerseits persönliche Daten über dich gespeichert, andererseits wird dein Surfverhalten aufgezeichnet. Aus beiden Komponenten erstellt Facebook ein Profil, welches der individualisierten Anzeigenschaltung dient. Damit werden Umsätze in Milliardenhöhe erzielt, von denen bei steigenden Kursen nach dem Börsengang auch die Aktionäre profitieren.

Da Aktionäre auch Stimmrechte haben, bemängeln Kritiker, dass der ohnehin beanstandete Umgang mit Userdaten noch unsensibler gehandhabt werden könnte. Andererseits sei es jedoch möglich, dass die Kurse den Unternehmensgewinn übersteigen und Verkäufe die Bonität Facebooks beeinträchtigen. In einem solchen Fall könnte Facebook auch im Hinblick auf den Datenschutz verstärkt ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit geraten. Ein weiteres Szenario: Kritiker investieren selbst in Aktien und versuchen, über ihr Stimmrecht Einfluss auf einen sensibleren Umgang mit privaten Daten zu nehmen. Ein Erfolg ist jedoch kaum wahrscheinlich, da viele wohl bei steigenden Kursen durch Verkäufe ihren Gewinn einstreichen werden oder es, im Falle von sinkenden Kursen, ebenfalls zu Massenverkäufen kleiner Anleger kommt. Ob du als Nutzer von dem Börsengang profitierst, bleibt also abzuwarten. Zuckerberg signalisiert zumindest mit dem Erwerb der „Super-Aktien“, dass er ebenfalls Befürchtungen hegt, Facebook könne das Ruder aus der Hand genommen werden.

Investoren außerhalb der Börse

Mit dem Börsengang macht Facebook offiziell, was anderweitig bereits praktiziert wird: Ausgewählte private Investoren und Handelshäuser können bereits seit Jahren Anteile an dem Unternehmen erwerben. So existiert unabhängig von der Börse beispielsweise ein Fonds der Investmentbank „Goldmann Sachs“ in Höhe von eineinhalb Milliarden Dollar, über den Beteiligungen an Facebook möglich sind. Dieser Sachverhalt ist der Hauptgrund für den Börsengang, denn derartige Beteiligungen bedingen nach US-Recht, dass Facebook quartalsweise einen Finanzbericht offenlegen müsste. Zunehmend fordern auch die Investoren Einblick in Interna, wogegen sich Facebook bisher standhaft wehrt. Nach einem Börsengang kann sich Facebook dem nicht mehr entziehen. Haben Nutzer damit doch Aussicht auf einen sensibleren Umgang mit ihren Daten?

Bildquelle: http://www.finestdaily.com/news/facebooks-mark-zuckerberg-is-person-of-the-year.html

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