Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Facebook: Börsenstart löst Misstrauen aus

Pfennige
Der Start an der Börse war mit einem Aktienkurs von 38 US-Dollar erfolgreich, lässt Facebook verlauten.

Dem gegenüber steht der Verdacht der US-Börsenaufsicht, den extremen Kursschwankungen am ersten Börsentag könne Insiderhandel zugrunde liegen. Entsprechende Untersuchungen durch die amerikanische Börsenaufsicht SEC sind bereits eingeleitet, auch andere Ungereimtheiten sollen geklärt werden.

Steuerschulden und Gewinnrückgang

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat trotz seiner zuvor geäußerten Bedenken, durch den Börsengang die Kontrolle zu verlieren, mit Aktienverkäufen 1,1 Milliarden US-Dollar eingenommen. Gerüchten zufolge soll er diese Einnahmen nutzen, um Steuerschulden zu tilgen. Dennoch besitzt er noch immer Anteilsscheine im Wert von über 19 Milliarden US-Dollar, von einem Kontrollverlust kann daher keine Rede sein.

Ein Gewinnrückgang von zwölf Prozent zum Vorjahr wirft neben den Steuerschulden weitere Fragen zur finanziellen Situation und der Börsenentwicklung von Facebook auf.

Börsengang startet mit Pannen

Der mit Spannung erwartete erste Handelstag an der amerikanischen Börse NASDAQ begann mit einer Verzögerung: Zwei Stunden lang wurde an den Bildschirmen statt der Aktienkurse das Facebook-Logo eingeblendet. Über die Ursache der Verzögerung wird noch spekuliert. Der Handel begann schließlich mit dem Einstiegspreis von 38 US-Dollar.

Laut US-Börsenaufsicht stiegen die Kurse in den ersten Sekunden ungewöhnlich schnell auf 42 US-Dollar, um im Anschluss ebenso ungewöhnlich schnell zu fallen und sich schließlich wieder beim ursprünglichen Kurs einzupendeln. Nachdem 565 Millionen Aktien den Besitzer gewechselt hatten, schloss der Kurs mit 38,23 US-Dollar. Ein Sinken unter 38 US-Dollar wurde möglicherweise nur durch das Eingreifen von Banken verhindert. Die fehlenden Basisinformationen zu Anfang, Unklarheiten über Auftragsannahmen und die Kursschwankungen haben bei der US-Börsenaufsicht Misstrauen ausgelöst.

Sammelklage trübt den Börsenstart

Pünktlich zum ersten Handelstag haben ehemalige Nutzer eine Sammelklage in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar gegen Facebook eingereicht. Der Betrag ergibt sich aus der Anzahl der Kläger, die jeweils 100 US-Dollar als Wiedergutmachung dafür verlangen, dass Facebook nach ihrer Abmeldung aus dem Netzwerk weiterhin ihre Spuren im Netz verfolgt und aufgezeichnet hatte.

Außerdem wird eine Strafe von bis zu 10.000 US-Dollar je Person erwartet, hinzu kommen noch die Anwaltsgebühren.

Wie geht es mit Facebook weiter?

Wie sich die Facebook Aktien künftig entwickeln, bleibt abzuwarten. Festzustehen scheint bereits, dass trotz steigender Mitgliederzahlen weiterhin mit sinkenden Gewinnen zu rechnen ist, wie eine Marktforschungsstudie ergab. Laut der Studie des Marktforschungsunternehmens Greenlight ignorieren etwa 44 Prozent der Facebook-Nutzer die eingeblendete Werbung, die dem Unternehmen einen Großteil der Einnahmen beschert. Grundlage für die Studie war die Befragung von 500 repräsentativen Mitgliedern.

30 Prozent äußerten außerdem ihr Misstrauen gegenüber Facebook bezüglich des Umgangs mit sensiblen Daten. Dieses Misstrauen dürfte durch die Sammelklage noch bestärkt werden und könnte sich nachhaltig auf die Entwicklung an der Börse auswirken. Facebook selbst begründet die rückläufigen Gewinne mit saisonalen Schwankungen und den Mehrausgaben im vergangenen Jahr für Personal und verschiedene Microsoft-Patente. Um den Umsatz anzukurbeln, strebt Facebook Mehreinnahmen unter anderem durch eine kostenpflichtige Änderung des Spielestatus in Online-Games an.

Bildquelle: aboutpixel.de / "Pfennige" zusammen halten 2 © Sebastian Drolshagen

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