Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Facebook verbietet Städtenamen

Das soziale Netzwerk Facebook ist der Ansicht, dass eine Stadt niemandem gehört und daher auch von niemandem repräsentiert werden kann: Ein Auftritt auf Facebook unter „München“, „Stuttgart“ oder „Berlin“ sei daher nicht möglich und entsprechende Seiten würden aus dem Netz genommen. Facebook meint es ernst, wie die Stadt München zu spüren bekam. Jetzt bangen auch andere um ihre Online-Präsenz.

Wichtiges Werbeinstrument

Für viele Städte ist Facebook ein wichtiges Werbeinstrument. Verantwortliche Stellen wie die Stadtverwaltungen und Tourismusorganisationen stellen dort Informationen für Einwohner und Touristen zusammen und bieten damit einerseits einen virtuellen Treffpunkt, andererseits haben Interessenten die Möglichkeit, die Stadt bereits vor einer Reise zu erkunden. Außerdem sollen natürlich weitere Menschen auf Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen aufmerksam werden. Wird die Facebook-Seite gelöscht, hat das bei einigen Städten daher finanzielle Auswirkungen.

Drei Wochen Zeit zur Namensänderung

München traf es bereits: Anfang des Jahres verschwand der Online-Auftritt ohne Vorankündigung aus dem sozialen Netzwerk und München verlor 400.000 Fans, wie der Geschäftsführer des Städteportals bestätigt. Die neue Facebook-Seite „München.de“ hat einige Tausend Fans weniger zu verzeichnen. Anderen Städten gibt Facebook nun drei Wochen Zeit, einen neuen Namen zu finden, bevor auch deren Seiten aus dem Netz genommen werden.

Facebook begründet die Maßnahme mit einem Verweis auf die Hilfeseiten, aus denen hervorgeht, dass niemand einen geografischen Ort vertreten könne, da dieser niemandem gehöre. Es könnten lediglich Organisationen oder Institutionen vertreten werden, entsprechend müssten deren Online-Auftritte im sozialen Netzwerk bezeichnet sein. Zahlreiche Städte suchen nun nach Alternativen.

Besonders Großstädte und touristisch attraktive Orte betroffen

Nun fürchten besonders Großstädte wie Hamburg und Berlin um ihre Seiten. Die Verantwortlichen betonen, dass ihre Präsenz in dem sozialen Netzwerk ein wichtiges wirtschaftliches Instrument darstellt. Auch Orte, die überwiegend vom Tourismus leben, nutzen Facebook als Kanal. Städte wie Stuttgart, die ihre Online-Präsenz nicht touristisch ausgerichtet haben, sehen die Maßnahme nach eigenen Angaben weniger dramatisch.

Wie wichtig Facebook für eine Stadt ist, zeigt sich recht deutlich in den Zahlen der Fans: Während Berlin 1,3 Millionen zu verzeichnen hat, sind es bei Stuttgart nur 15.000. Das Problem liegt auf der Hand: Verschwindet die Berlin-Seite aus Facebook, muss das Netzwerk völlig neu aufgebaut werden und es gilt, sämtliche Fans erneut zu gewinnen. Der Tourismus würde spürbar darunter leiden.

Vermisst du deine Lieblingsstadt?

Bisher war es recht einfach, auf Facebook eine bestimmte Stadt zu finden, da sie in der Regel unter dem Städtenamen auftrat. Wenn du künftig einen bestimmten Ort suchst und dieser nicht unter seinem Namen zu finden ist, liegt das entweder daran, dass Facebook die Seite aus dem Netz genommen hat, oder die Betreiber sich bereits für eine neue Bezeichnung entschieden haben, welche Facebook als konform betrachtet. Da hilft nur: weitersuchen.

Quelle: Stern.de

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