Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Facebook Datenschutz – Das offene Buch der vielen Gesichter

Was bei einem Fotoapparat erwünscht ist, bringt Datenschützer auf die Barrikaden: Neben Informationen zum Nutzer und dessen Surfverhalten sammelt Facebook auch biometrische Daten: Über eine automatische Gesichtserkennung können Fotos eindeutig Personen zugeordnet werden.

Das Problem an der Sache ist, dass die Betroffenen keinerlei Einfluss darauf haben – Fotos, auf denen Menschen zu sehen sind, kann schließlich jeder hoch laden.

Die automatische Gesichtserkennung

Es handelt sich hierbei um eine Technik, die sich bei der Aufklärung von Verbrechen bewährt hat. Ebenso, wie moderne Kameras Gesichter erkennen und bei einer Aufnahme automatisch in den Fokus setzen können, ist es möglich, die Gesichter aus Fotos herauszufiltern und bestimmte Merkmale zu scannen. Diese Technologie setzt Facebook in seinem sozialen Netzwerk ein.

In der Praxis sieht das so aus: Du lädst ein Bild hoch, auf dem Menschen zu sehen sind. Facebook fragt dich, sobald Gesichter erkannt werden, nach den Namen der Personen auf dem Foto. Sobald du diese eingegeben hast, wird die jeweilige Information zusammen mit den ermittelten Gesichtsmerkmalen gespeichert. Fortan ist Facebook in der Lage, die Gesichter dieser Personen auf jedem weiteren Foto zu erkennen und zuzuordnen.

Keine Zustimmung erforderlich

Es würde sich wohl kein Datenschützer beschweren, wenn es die freie Entscheidung jedes Einzelnen wäre, ob eine derartige automatischen Identifizierung erfolgt. Da jeder Nutzer beliebige Fotos hochladen und die Namen der Personen darauf eingeben kann, erfolgt die Datensammlung jedoch ohne Zustimmung der Betroffenen. Wer also möglichst anonym bleiben möchte und im Internet keine privaten Informationen preisgibt, kann auf diese Weise dennoch eindeutig identifiziert werden. Gelangen über Dritte weitere Daten zur Person an Facebook, werden auch diese entsprechend zugeordnet und gespeichert.

Wozu diese Datensammlung?

Facebook speichert möglichst viele Informationen der Nutzer, um maßgeschneiderte Werbung schalten zu können. Dies ist eine der Haupteinnahmequellen des Unternehmens. Für einzelne Nutzer mag der Einsatz einer Software zur Gesichtserkennung bei einem sozialen Netzwerk, in welchem Kontakte gepflegt werden, ein netter Service sein. Schließlich handelt es sich um eine Plattform, auf der sich Menschen zusammenfinden und austauschen – die Sache wird auf diese Weise weniger unpersönlich.

Umgang mit vertraulichen Daten

Die biometrische Gesichtserkennung birgt im Zusammenhang mit der Speicherung persönlicher Daten verschiedene Missbrauchsmöglichkeiten, denn deine Anonymität ist auch im alltäglichen Leben nicht gewährleistet. Stelle dir vor, du wirst von einem fremden Menschen fotografiert, der in Sekundenschnelle erfährt, wer du bist, wo du wohnst und was du morgen vorhast. Du hast zwar keinen Einfluss darauf, ob irgendeine Person ein Foto von dir bei Facebook hochlädt und deinen Namen dazu eingibt, wohl aber darauf, welche Informationen du selbst zu deiner Person angibst.

Außerdem hast du die Möglichkeit, dein Profil anzupassen: Unter den Privateinstellungen findest du ein Untermenü mit der Bezeichnung „Chronik und Markierungen“. Hier kannst du angeben, dass keine Aufzeichnungen zu deiner Person gemacht werden und für andere zugänglich sein dürfen. Eine sichere Lösung ist dies nicht, denn so verhinderst du lediglich die Verknüpfung von Informationen mit deinem Profil. Andere Personen können dennoch Fotos von dir hochladen und dem Gesicht einen Namen geben.

Bist du beispielsweise mit einem Pseudonym bei Facebook registriert, kann so dennoch dein realer Name im Zusammenhang mit einem Foto in die Facebook-Datenbank gelangen und ein ähnliches Szenario wie das geschilderte ermöglichen. Aus diesem Grund appellieren Datenschützer nicht nur an einen diskreten Umgang mit Informationen zur eigenen Person, sondern auch an das Verantwortungsbewusstsein jedes Nutzers gegenüber Dritten.

Bildquelle: Facebook

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