Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Gib Cybermobbing keine Chance

Cybermobbing
Studien geben Entwarnung: Cybermobbing ist nicht so verbreitet, wie bisher angenommen. Dennoch machen es die Anonymität und die modernen Technologien einfach, jemanden im Internet zu verunglimpfen. Die Folgen sind im Ernstfall für die Opfer drastisch und die Täter machen sich strafbar.

Beratungsstellen informieren, wie du dich schützen kannst und welche Maßnahmen du ergreifen kannst, wenn du selbst zum Opfer wirst.

Studien zum Cybermobbing

Laut einer Microsoft-Studie waren knapp 40 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen bereits von Verunglimpfungen im Internet betroffen, etwa 60 Prozent haben Angst, einmal Opfer von Cybermobbing zu werden. Da die Grenze von „Spaß“ oder einem harmlosen Konflikt zum Mobbing fließend ist, seien diese Zahlen jedoch wenig ausschlaggebend, betont Microsoft: Nicht jede öffentliche Beleidigung ist als Mobbing aufzufassen.

Von ernsthafteren Problemen konnten lediglich 18 Prozent der Befragten berichten, davon seien wiederum nur einige Fälle tatsächlich in Cybermobbing ausgeartet. Ähnliche Ergebnisse liefert die Studie „LBS Kinderbarometer“ der Bausparkassen. Etwa 40 Prozent der Befragten zwischen 9 und 14 Jahren gaben an, über das Internet bereits mit Beleidigungen konfrontiert worden zu sein, 3 Prozent waren Opfer von Cybermobbing geworden.

Wo fängt Cybermobbing an?

Immer wieder werden Chats, Foren, Soziale Netzwerke und Blogs genutzt, um eine andere Person mit Worten, Bildern oder Videos bloßzustellen. Die Hemmschwelle ist niedrig: Mobile Geräte machen es leicht, jederzeit und ohne persönliche Konfrontation verunglimpfende Inhalte zu veröffentlichen. Oft sehen es die Täter zunächst als Spaß an, manchmal beginnt es mit einem harmlosen Konflikt, der schließlich unsachlich ausartet, gelegentlich ist ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis beim Täter die Motivation, bevor sich die Sache schließlich zu einer gesteigerten, systematischen Tyrannisierung entwickelt.

Das Tückische am Internet ist, dass sich Inhalte schnell verbreiten und auch nach dem Löschen immer wieder auftauchen können, so dass das Opfer durch verschiedene Quellen und auch Monate oder Jahre später noch mit beleidigenden Elementen konfrontiert werden können. Beratungsstellen empfehlen daher, sich bereits bei eher harmlosen Beleidigungen zu wehren, um die Sache im Keim zu ersticken – die Grenze zum Cybermobbing dürfe gar nicht erst erreicht werden.

Vorbeugen statt mobben lassen

Es gibt zwar kein sicheres Mittel gegen Cybermobbing, dennoch kannst du vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Vor allem solltest du einen allzu sorglosen Umgang mit persönlichen Daten vermeiden, wie es häufig in sozialen Netzwerken der Fall ist. Das betrifft auch das Einstellen von Bildern und Videos. Achte darauf, dass sensible Daten geschützt sind, statt sie für jeden zugänglich zu machen.

Das bedingt, dass du dein Profil entsprechend konfigurierst und bei Freundschaftsanfragen vorsichtig bist. Auf intime Informationen sollten allenfalls die Familie oder die engsten Freunde aus dem realen Leben Zugriff haben. Eltern und Schulen sind in der Pflicht, Cybermobbing entgegenzuwirken oder bereits im Ansatz einzugreifen, sollten ihre Schützlinge über das Internet auf irgendeine Weise verunglimpft werden. Das gilt selbstverständlich auch, wenn das Kind zum Täter wird.

Opfer müssen sich wehren

Bist du bereits Opfer von Cybermobbing, musst du dich unverzüglich dagegen wehren. Experten empfehlen, die Eltern oder eine Person des Vertrauens einzuschalten. Verunglimpfende Inhalte sollten möglichst zeitnah aus dem Internet verschwinden – je nach Plattform gibt es dazu unterschiedliche Mittel und Wege.

Es wird auch empfohlen, sicherheitshalber Kopien der beanstandeten Inhalte anzufertigen, um sie gegebenenfalls als Beweismittel nutzen zu können. In schwerwiegenden Fällen solltest du (oder deine Eltern) Anzeige bei der Polizei erstatten und dich an eine Beratungsstelle wenden.

Bildquelle: aboutpixel.de / Loser © Benjamin Thorn

Kommentare
Kommentar verfassen
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2007-2018 by Curido Marketing GmbH