Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Pirate Pay macht Kampfansage gegen Filesharing

Datensperre
Wird es BitTorrent noch lange geben? Wenn es nach Microsoft geht, nicht. Der Software-Riese bezahlt 100.000 US-Dollar an das 2009 gegründete russische Unternehmen Pirate Pay, um dem unerlaubten Datenaustausch über BitTorrent entgegenzuwirken.

Gelingt diese Maßnahme, sind möglicherweise künftig keine illegalen Downloads über das Netzwerk mehr möglich oder können nur noch unter erschwerten Umständen erfolgen.

Das Anti-Filesharing-Programm

Die ursprünglich zur Verwaltung des Datenverkehrs im Netz entwickelte Software von Pirate Pay soll im BitTorrent-Netzwerk zum Einsatz kommen, um die Verbindung zwischen deinem Computer und den Verteilern zu stören. Wie das im Detail funktioniert, möchte Pirate Pay nicht verraten. Bekannt ist bisher nur, dass das Programm es auf die Verteiler abgesehen hat: Diese sollen, sobald sie aktiv werden, so lange mit Informationen bombardiert werden, bis sie die Verbindung abbrechen. Somit würden dir die Datenquellen im Filesharing-Netzwerk verloren gehen.

Erster Einsatz ist bereits erfolgt

Pirate Pay wurde bereits 2011 beauftragt, illegale Downloads zu verhindern. Auftraggeber waren die Medien-Konzerne „Sony Pictures“ und „Walt Disney Studios„. Mit dem Einsatz der Anti-Filesharing-Software sollte verhindert werden, dass der Film „Wyssozki – Danke für mein Leben“ kostenlos über das Internet verbreitet wird. Pirate Pay konnte nachweisen, mit dem Programm 44.845 illegale Downloadversuche gestört zu haben. Unklar ist der tatsächliche Erfolg: Filesharing zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass zahlreiche Verteilerknoten zur Verfügung stehen und der Download in vielen kleinen Fragmenten erfolgt.

Ist der Downloadversuch über einen Verteiler nicht möglich, weicht der Client auf einen anderen aus, um die fehlenden Datei-Fragmente herunterzuladen. Außerdem gibt es Programme, die fehlerhafte und unvollständige Dateien reparieren. Wurde durch die Anti-Filesharing-Software also ein vollständiger Download verhindert, fehlen schließlich im Film nur kleine Teile zwischendurch, im Ganzen kann er dennoch abgespielt werden. Fazit: Die illegale Verbreitung konnte nachweisbar gestört werden, inwieweit Pirate Pay jedoch tatsächlich erfolgreich war, bleibt offen. Dennoch investiert Microsoft nun in die Anti-Filesharing-Software, um die illegale Verbreitung von Windows 8 zu verhindern, und Pirate Pay arbeitet an einer Weiterentwicklung des Programms.

Bedeutung für BitTorrent und die Benutzer

Wenn du BitTorrent nutzen möchtest, musst du einen Client auf deinem Computer installieren, der den Verbindungsaufbau mit dem Filesharing-Netzwerk und den Datenaustausch mit anderen Computern ermöglicht. Anschließend kannst du Dateien herunterladen und selbst welche zum Download zur Verfügung stellen. Letzteres solltest du auch tun – andernfalls wirst du womöglich für Downloads gesperrt, denn das Filesharing lebt vom Geben und Nehmen.

Indem zahlreiche Benutzer untereinander Daten austauschen und der Download in kleinen Blöcken von unterschiedlichen Verteilern stattfindet, entsteht eine dezentrale Struktur, die nur schwer angreifbar ist. Schaltet ein Benutzer seinen Computer aus, ist die Verbindung zu diesem Verteiler unterbrochen. Dein Client setzt dann entweder den Download fort, sobald der Verteiler wieder verfügbar ist, oder weicht auf einen anderen Verteiler aus, um die fehlenden Teile herunterzuladen. Dies ist der Vorteil von BitTorrent gegenüber einer Anti-Filesharing-Software: Das Programm von Pirate Pay kann zwar die Verbindung zu den jeweils aktiven Verteilern stören, aber nicht verhindern, dass der Download über andere Verteiler fortgesetzt wird.

Hier muss die Verbindung erneut gestört werden, bis es zum Abbruch kommt und wiederum auf andere Verteiler ausgewichen werden kann. Es ist also eine Frage der Geduld – durch die Störungen wird der Download erheblich verlangsamt und die Datei kann möglicherweise nur unvollständig heruntergeladen werden, ganz verhindern lassen sich illegale Downloads aber vermutlich nicht. Übrigens ist Filesharing an sich völlig legal: Du kannst über BitTorrent auch Freeware austauschen.

Bildquelle: aboutpixel.de / Sicher ist Sicher © Ronald Leine

Kommentare
Kommentar verfassen
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2007-2018 by Curido Marketing GmbH