Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Vorbei mit der Abzockfalle im Netz

Vorsicht Abzocke!
Ist dir das auch mal passiert? Du wolltest nur einen kostenlosen Klingelton oder eine eigentlich freie Software runterladen, und dann kam die Rechnung oder du hast gar unwissentlich ein Jahresabo abgeschlossen?

Damit soll jetzt Schluss sein. Seit dem 01. August 2012 ist ein neues Gesetz in Kraft, versteckten Kostenfallen und vermeintlichen Gratisangeboten soll damit Einhalt geboten werden.

Künftig müssen die Seitenbetreiber deutlicher darauf hinweisen, wenn sie kostenpflichtige Dienstleistungen oder Produkte anbieten. „Jetzt bestellen“ oder „Jetzt Downloaden“ ist nicht mehr ausreichend, wenn der Klick auf den Button zu einem Vertragsabschluss führt, der mit Kosten für dich verbunden ist. Oft hatten die Seitenbetreiber bisher nur einen kleinen Hinweis in den AGB versteckt, aus dem die Kosten für den Verbraucher hervorgingen. So haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Menschen in Kostenfallen geklickt.

Kostenfallen im Internet

Bisher haben viele Seitenbetreiber die Gelegenheit genutzt, dem Besucher vorzugaukeln, dass der Download einer Software oder die Bestellung eines Klingeltons für dein Handy kostenlos sei. Noch mehr Besucher haben unbedarft auf „Bestellen“ oder „Downloaden“ geklickt. Auch mit kostenlosen Registrierungen wurde gelockt, wobei die Registrierung an sich natürlich kostenlos war – mit dem Abschluss der Registrierung hast du jedoch ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen.

Ebenfalls beliebt war es bei Filesharing-Diensten, nach einer Registrierung den kostenlosen Download von Filmen, Musik und Software anzubieten, wobei die Tatsache, dass dafür eine Jahresgebühr bezahlt werden muss, irgendwo versteckt auf einer Unterseite im Kleingedruckten zu finden war.

Gesetzesänderung zugunsten des Verbrauchers

Um kostenpflichtige Leistungen im Internet transparenter zu gestalten, wurde das Bürgerliche Gesetzbuch entsprechend geändert. Die Seitenbetreiber sind verpflichtet, deutlich darauf hinzuweisen, wenn mit dem Klick auf eine Schaltfläche oder einen Bestelllink Kosten verbunden sind. Fehlt dieser deutliche Hinweis, bist du laut Gesetz nicht zur Zahlung verpflichtet. Statt „Jetzt bestellen“ muss es also künftig „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ oder „Zahlungspflichtig downloaden“ heißen. Daneben muss der Gesamtpreis eindeutig benannt sein, der mit dem Klick fällig wird, bei Abonnements ist auch die Laufzeit anzugeben.

Die Verpflichtung besteht für Seitenbetreiber natürlich nur, wenn du mit dem Klick tatsächlich eine Zahlungsverpflichtung eingehst. Vermeintliche Gratisangebote sollen damit aus dem Netz verschwinden.

Verbraucherschutz: Kostenfallen waren schon immer gesetzeswidrig

Vielleicht zählst du auch zu denen, die sich mal in eine Kostenfalle geklickt haben. Im Verbraucherschutz war schon vor der Änderung des BGB geregelt, dass kostenpflichtige Dienstleistungen oder Produkte im Internet eindeutig gekennzeichnet sein müssen. War dies nicht der Fall, konnte sich der Betroffene an den Verbraucherschutz wenden, der den Seitenbetreiber gegebenenfalls abgemahnt hat. Mit dieser Maßnahme sind für den Verbraucher keine Kosten angefallen und in vielen Fällen konnten sie auf außergerichtlichem Weg von ihrer vermeintlichen Zahlungspflicht befreit werden. Diese Möglichkeit hast du auch nach der gesetzlichen Verankerung im Bürgerlichen Gesetzbuch noch, die Folgen für den Anbieter, der mit einer Kostenfalle lockt, sind jedoch weitreichender als bisher.

Vorsicht ist weiterhin geboten

Ein Gesetz bedeutet nicht, dass sich auch jeder daran hält. Du solltest daher weiterhin jedes Angebot sorgfältig prüfen, bevor du eine verbindliche Bestellung abgibst, die möglicherweise mit Kosten verbunden ist.

Shopbetreiber aufgepasst!

Wer kostenpflichtige Dienstleistungen oder Produkte anbietet und es versäumt, den Bestellvorgang gesetzeskonform zu gestalten, riskiert das Risiko einer teuren Abmahnung. Mit einer bloßen Änderung des Bestellbuttons ist es nicht getan, warnen Experten. Kritiker der Gesetzesänderung befürchten neue Abmahnwellen, als Shopbetreiber solltest du dich daher über notwendige Änderungsmaßnahmen informieren.

Bildquelle: aboutpixel.de / Vorsicht Abzocke? © Günter Albers

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