Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Wer regiert das Netz?

Vier Unternehmen haben sich im Internet besonders etabliert: Facebook, Google, Amazon und Apple. Kritiker fürchten, dass die Netzgiganten ihre Stellung zu manipulativen Zwecken ausnutzen. Was ist dran an diesen Vorwürfen? Nichts, sagen die Unternehmen. Verschiedene Vorfälle scheinen jedoch das Gegenteil zu beweisen.

Hier werden persönliche Daten ermittelt und gespeichert, dort werden Suchergebnisse gefiltert, hier verschwindet scheinbar grundlos ein Buch vom Markt, dort wird aus politischen Aspekten zensiert. So die Meinung jener, die Facebook, Google, Amazon und Apple manipulative Meinungsmache vorwerfen.

Facebook und der Datenwahn

Bist du bei Facebook mit deinem realen Namen oder mit einem Pseudonym registriert? Letzteres ist bei dem sozialen Netzwerk offensichtlich nicht gerne gesehen. Oder warum werden die Freunde von „verdächtigen“ Personen gefragt, ob es sich um den wahren Namen des Betreffenden handelt?

Laut Facebook handelt es sich bei dieser Maßnahme lediglich um einen Test. Was damit getestet werden soll, ist offen. Kritiker meinen, die realen Namen der Personen werden zusammen mit anderen Informationen und auch zugehörigen Fotos, so vorhanden, intern gespeichert.

Google filtert Suchergebnisse

Nicht nur die SEO-Maßnahmen bestimmen, welche Seiten bei dem Suchmaschinenriesen gefunden werden, auch ein interner Filter entscheidet, was angezeigt wird. Einerseits werden dabei politische Gegebenheiten berücksichtigt, andererseits ermittelt Google das Surfverhalten der Nutzer und unterstellt damit persönliche Interessen, auf die die angezeigten Seiten abgestimmt werden. So kann es vorkommen, dass dir zahlreiche themenrelevante Seiten einfach vorenthalten werden, behaupten die Kritiker. Dies sei eindeutig Manipulation, da du nicht frei entscheiden kannst, welche Inhalte für dich interessant sind, sondern Google die Richtung vorgibt.

Politische Zensur bei Apple?

Das Spiel „Angry Syrians“ wurde eigentlich für das iPhone entwickelt. Es handelt sich dabei um ein satirisches Game, das das politische Regime Syriens kritisiert. Hier sind die Beteiligten bunte Comic-Figuren statt realer Menschen. Apple hat die Freigabe des Games verweigert: es sei diffamierend. Der Vorwurf: Apple bestimmt mit einer solchen Maßnahme nicht nur, was du spielen darfst, sondern gibt auch eine politische Richtung vor.

Zensur auch bei Amazon

Im Juni 2012 wurde das „Schwarzbuch WWF“ aus dem Programm genommen. In dem Buch werden die Praktiken des WWF kritisch beleuchtet. Es kam zu einem Rechtsstreit zwischen der herausgebenden Verlagsgruppe „Random House“ und dem WWF, der mit einer außergerichtlichen Einigung endete.

Bei Amazon jedoch verschwand das Buch kurzerhand von der Bildfläche. Hier wird kritisiert, dass augenscheinlich nicht die Gesetze bestimmen, was gelesen wird, sondern Amazon die Buchwelt zu einem wesentlichen Teil regiere und möglicherweise noch andere Konzerne ein Mitspracherecht haben.

Wer regiert hier?

Offen bleibt, warum die vier Großkonzerne auf diese Weise handeln. Sind es eigene Interessen und subjektive Moralvorstellungen oder werden sie von Regierungen und anderen Institutionen mit einer gewissen Machtstellung dazu angehalten? Der Vorwurf der Kritiker steht: Das Internet wird in Big-Brother-Manier dazu benutzt, Weltanschauungen zu vermitteln und zu lenken. Oder handelt es sich hierbei schlicht um eine Verschwörungstheorie?

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