Affenstark durch den Gutschein-Dschungel

Yahoo und Facebook: Nach Patentstreit Werbepartner

Im März hatte Yahoo eine Patentklage gegen Facebook eingereicht, im April zog Facebook in San Francisco mit einer Gegenklage nach. Statt einen langwierigen Rechtsstreit zu führen, haben sich die Kontrahenten nun kurzerhand außergerichtlich geeinigt: Künftig arbeiten Yahoo und Facebook als Werbepartner zusammen, auch eine gegenseitige Lizenzierung der Patente ist Bestandteil der Einigung.

Es begann mit dem ehemaligen Yahoochef Thompson, der Facebook des Ideenklaus bezichtigte und auf Schadensersatz klagte. Die Patentklage wurde damit begründet, dass Facebook zehn Technologien verwende, welche einst von Yahoo entwickelt wurden, darunter auch die Haupteinnahmequelle Facebooks: Werbeanzeigen. Yahoo hatte bereits 2004 kurz vor dessen Börsenstart Google wegen Schutzrechtsverletzungen verklagt und Schadensersatz in Form von Google-Aktien mit 2,7 Millionen US-Dollar Gegenwert erhalten. Doch Facebook leistet mehr Widerstand als seinerzeit der Suchmaschinenriese Google – mit Erfolg.

Facebook schlägt zurück

Während Yahoo Ende 2011 über 1.000 Patentrechte verfügte, waren es bei Facebook lediglich 56. Mit dem Erwerb von 750 Schutzrechten des IT-Konzerns IBM und 650 weiteren von Microsoft, die das Unternehmen zuvor AOL abgekauft hatte, überholte Facebook den Kontrahenten und reichte selbst Klage ein. Yahoo werden 12 Schutzrechtsverletzungen vorgeworfen, darunter ebenfalls die Schaltung von nutzerspezifischen Werbeanzeigen. Außerdem hatte Facebook beantragt, die Schadensersatzforderung abzuweisen.

Yahoo in der Krise?

Das 1994 gegründete Unternehmen hatte unter dem Vorstandsvorsitzenden Thompson angekündigt, 2.000 Mitarbeiter zu entlassen. Mit etwa 700 Millionen Nutzern liegt Yahoo weit hinter Facebook zurück, dort sind über 900 Millionen Nutzer registriert. Bei dieser Anzahl kann lediglich Google mithalten. Seitens Facebook wurde spekuliert, dass Yahoo die Klage eingereicht hat, um durch den erhofften Schadensersatz die finanzielle Krise zu überwinden. Facebook wollte jedoch kurz vor dem Börsenstart nicht so schnell klein beigeben wie der Konkurrent Google.

Einigung: gegenseitige Lizenzierung und gemeinsame Werbung

Nachdem Thompson seinen Posten aufgrund interner Unstimmigkeiten verlor, war Yahoo zur Ausarbeitung einer außergerichtlichen Einigung bereit, um einem langwierigen und möglicherweise teuren Prozess zu entgehen. Thompsons vorübergehend eingesetzter Nachfolger Levinsohn trat nach dessen Ausscheiden in Verhandlung mit Facebook. Yahoo und Facebook einigten sich schließlich auf die gemeinsame Vermarktung von Inhalten und Anzeigen.

Da im Laufe der Jahre zahlreiche Nutzer von Yahoo zu Facebook gewechselt sind und Yahoo dadurch finanzielle Einbußen erlitten hat, könnte dies ein Weg sein, den Schaden in Grenzen zu halten. Facebook hingegen hat eine personalisierte Werbeplattform außerhalb des sozialen Netzwerks hinzugewonnen und erhofft sich auf diesem Wege zusätzliche Einnahmen. Auch bezüglich der Patente, um die es in der Auseinandersetzung ging, haben sich die beiden Internetkonzerne geeinigt, indem sie sich die strittigen Rechte künftig gegenseitig lizenzieren.

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