ElephantenVon der Aussichtsplattform an der Dzanga-Saline im Nationalpark Dzanga-Sangha aus, hört man das Stampfen schwerer Füße. Was sonst nur Forschern vorbehalten ist, ist hier möglich, ein Blick auf den Afrikanischen Waldelefanten (Loxodonta cyclotis), der dort am Tag in 40- bis 100-facher Ausführung beobachtet werden kann. Jedoch gehen die Bestände der Dickhäuter in Afrika rasant zurück und auch im ehemals als sicher geltenden Nationalpark sind bereits Exemplare getötet worden. Schuld daran sind die Unruhen in der Zentralafrikanischen Republik, die der Gier nach Elfenbein und dem Fleisch der Elefanten Tür und Tor öffnen.

Der Afrikanische Waldelefant, der lange Zeit nicht als eigenständige Art, sondern als Unterart des größeren Savannenelefanten galt, ist in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas zu Hause. Die Bestände erstrecken sich dabei vom Senegal bis nach Uganda. Auch im Kongobecken sind die imposanten Vierbeiner, die eine Schulterhöhe von bis zu 2,40 Meter erreichen, zu finden. In den Regenwäldern erfüllen die Elefanten eine wichtige Funktion bei der Verbreitung von Baumsamen über ihren Kot. Lange Zeit waren die Dickhäuter kaum erforscht, erst 1990 konnte in Dzanga-Sangha eine umfassende Studie durchgeführt werden, die wertvolle Erkenntnisse zur Population an sich, dem Sozialverhalten der Tiere, deren Fortpflanzung und Kommunikation lieferte.

Wilderer und illegale Elfenbeinhändler haben die imposanten Säugetiere nun an den Rand der Ausrottung gebracht.

Neben den Vorfällen in und um Dzanga-Sangha sind die Bestände im Kongobecken um 62 Prozent zurückgegangen. Allein im Minkebe-Nationalpark in Gabun wurden innerhalb von neun Jahren etwa 11.000 Waldelefanten getötet. Dort, wo vormals über die Hälfte der afrikanischen Population zu finden war. Im Schnitt finden die Wildhüter im Nationalpark pro Monat aktuell zehn verwesende und drei frische Elefantenkadaver.

Was macht die Wilderei auf Waldelefanten so lukrativ?

Besonders in Asien, hier vornehmlich in Thailand und China, herrscht nach wie vor eine große Nachfrage nach Elfenbein. Die Stoßzähne der Waldelefanten sind länger und härter als die ihrer Verwandten aus der Savanne. So können Wilderer mit dem Verkauf vom Elfenbein nur eines Waldelefanten bereits das durchschnittliche Jahresgehalt eines Gabuners oder sogar das vierfache Jahresgehalt eines Kameruners erreichen. Die Strafen für Wilderer sind dagegen vergleichsweise gering. Ein Ersttäter in Gabun muss beispielsweise nur mit einer Gefängnisstrafe von maximal sechs Monaten rechnen, sollte er erwischt werden.

Wie können die Waldelefanten geschützt werden?

Um den Schutz der Afrikanischen Waldelefanten zu verbessern ist eine Verschärfung der Strafen für Wilderei in den betroffenen Ländern dringend erforderlich. Zudem sind nach Meinung des WWF eine vermehrte Aufklärungsarbeit in den Abnehmerländern und bei der Bevölkerung vor Ort notwendig.

Bildquelle: aboutpixel.de / Elefanten © Axel Wohlrabe