Anfang 2013 wurde das Tierheim Bremen von einem Animal-Hoarding-Fall überrollt. Damals fand man 94 Katzen in einem Raum von 10 Quadratmetern auf. Vor einigen Wochen wurden wiederum 105 Katzen aus einer Wohnung in die Obhut der Bremer Tierschützer gegeben. Dies sind nur zwei Beispiele für Fälle von Animal Hoarding oder zu deutsch Tierhortung oder Tiersammelsucht. Erlangt man Kenntnis von solch extremen Fällen, fragt man sich häufig, was denn einen Menschen dazu treibt, unzählige Tiere auf viel zu wenig Platz und oft unter katastrophalen Zuständen zu halten.

Welche Motivation besteht für Animal Hoarding?

Die Motivation für Animal Hoarding ist unterschiedlich, im Allgemeinen werden vier verschiedene Tierhorter-Typen unterschieden:

1 – Der übertriebene Pfleger

Patronek und Mitarbeiter beschreiben den übertriebenen Pfleger als einen Menschen, der passiv Tiere ansammelt und die Anzahl irgendwann nicht mehr beherrschen kann. Häufig haben diese Menschen als Folge persönlicher Probleme (z. B. Verlust des Partners oder Arbeitsplatzes) begonnen, Tiere ins eigene Zuhause aufzunehmen. Oft leben diese Menschen zurückgezogen und isoliert von der Gesellschaft.

2 – Der Retter

Der Retter sieht sich als Tierschützer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Tiere beispielsweise vor der Einschläferung zu bewahren und bei sich aufzunehmen. Zunächst handelt es sich dabei um eine beherrschbare Anzahl, bis ihm die Pflege der anwachsenden Tierschar schließlich über den Kopf wächst. Der Rettertyp ist sozial meist nicht isoliert.

3 – Der Züchter

Zu Anfang vermehrt der Züchtertyp Tiere für den Verkauf oder für Ausstellungen. Im Laufe der Zeit wächst die Anzahl der Tiere jedoch stetig an, bis er nicht mehr in der Lage ist, sich adäquat um die Lebewesen zu kümmern. Beim Züchtertyp finden sich die Tiere oft nicht in der Wohnung und die Lebensumstände der Person werden durch ihr Handeln nicht beeinträchtigt.

4 – Der Ausbeuter

Der Ausbeuter hat keinerlei Gefühle für Tiere oder Menschen und sammelt diese nur zu seiner eigenen Befriedigung. Er ist Soziopath oder unterliegt einer Persönlichkeitsstörung. Seinem Gefühl nach ist er Experte und besitzt laut Patronek et. al. einen deutlichen Kontrollzwang.