Haie Haie – faszinierende Meeresbewohner, aber auch gefährdet: Haifisch-Steak gilt als Delikatesse, die Flossen werden in Suppe gekocht, viele Haie verenden als Beifang. Die Überfischung von fünf bedrohten Arten soll nun ein Ende haben, wie im März 2013 auf der Internationalen Artenschutzkonferenz beschlossen wurde.

CITES-Schutz für bedrohte Haie

Wie auf der Internationalen Artenschutzkonferenz beschlossen wurde, sind künftig fünf Haifisch-Arten gemäß „Washingtoner Artenschutzabkommen“ in Anhang II gelistet. Das bedeutet, dass diese weltweit nur noch mit gesonderten Fanglizenzen gefischt werden dürfen. Diese wiederum dürfen nur ausgestellt werden, wenn dadurch nachweislich die inzwischen um bis zu 90 Prozent verringerten Bestände nicht gefährdet sind. Der Beschluss soll zunächst für eine Dauer von 18 Monaten gelten.

Bedrohte Haifisch-Arten

Zu den bedrohten, nun geschützten Arten zählen der Weißspitzen-Hochseehai, der Heringshai, der Bogenstirn-Hammerhai, der Große Hammerhai und der Glatte Hammerhai. Der Heringshai wird überwiegend zu dem auch in Deutschland beliebten Hai-Steak verarbeitet, beim Weißspitzen-Hochseehai und dem Bogenfisch-Hammerhai sind die Flossen begehrt. Die beiden anderen Hammerhai-Arten gelangen häufig als Beifang mit dem Bogenstirn-Hammerhai ins Netz. Letzterer ist nicht zuletzt wegen seiner langsamen Reproduktionsrate so gefährdet, die Population kann sich kaum von der Fischerei erholen.

Weitere geschützte Arten

Neben den bedrohten Haifisch-Arten sind der Riesen- und der Riffmanta künftig in Anhang II gelistet. Diese sind vor allem in Asien begehrt, wo aus dem Kiemengewebe Heilmittel hergestellt werden. Der Sägefisch schaffte es sogar auf Anhang I, der Handel ist somit weltweit untersagt.

Kritische Stimmen

China sprach sich ebenso wie Japan gegen den Schutz der Haie aus. Sie begründeten dies einerseits mit den Kosten, die die Listung verursacht, andererseits damit, dass die Tiere dadurch nur im Wert steigen würden, was die illegale Fischerei und den illegalen Handel vorantreibe. Auch kritisierten beide Länder, dass die tatsächliche Population nicht bekannt sei, was aber die Voraussetzung zur Erteilung von Fanglizenzen wäre. Seitens des „Internationalen Tierschutz-Fonds“ (IFAW) wird hingegen kritisiert, dass die Listung der fünf Haifisch-Arten in Anbetracht von 73 bedrohten Arten viel zu wenig sei. Dennoch würden durch den aktuellen Beschluss künftig an die 100 Millionen Tiere weniger im Jahr getötet.

Haie sind wertvolle Meeresbewohner

Nach Ansicht der IFAW und anderer Tierschutzorganisationen sind stabile Hai-Populationen wichtig, um das marine Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Der CITES-Schutz sei daher die einzig richtige Entscheidung. Außerdem betont der Sprecher der IFAW, dass auch lebende Haie einen kommerziellen Wert haben, denn sie gelten im Tauchtourismus als Attraktion. Sie könnten daher in Küstenregionen eine wertvolle Einnahmequelle darstellen.

Bildquelle: aboutpixel.de / Hai © Marc Hemkhaus