Jeden Tag ein Ei, am Sonntag auch mal zwei. Was sich nach einem gemütlichen Leben im Garten anhört, mit viel Bewegung und der Möglichkeit in aller Ruhe seinen artspezifischen Bedürfnissen nachzugehen, ist in der Realität leider nach wie vor nur selten der Fall. Zahlreiche Hühner werden nach wie vor auf engstem Raum gehalten und auch die Bezeichnung Biobetrieb schützt nicht immer vor einer ungeeigneten Haltung. Bei der Auswahl der Eier für den eigenen Gebrauch lohnt es sich aus Tierschutzsicht daher, einmal genau zu schauen, woher die Produkte denn kommen und wie die Tiere, von denen sie stammen, gehalten werden. Hinweise darauf gibt die auf den Eiern abgedruckte Nummer, der sogenannte Eierstempel.

Was verrät der Eierstempel über die Haltungsform der Hühner?

Die erste Ziffer des Eierstempels verrät die Haltungsform der Tiere. Unterschieden werden die Zahlen 0 bis 3.

0 = Biohaltung / Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Im Sinne der Tiere wird am besten auf Produkte aus Freiland- oder Ökologischer Freilandhaltung zurückgegriffen.

Unterschiede zwischen den einzelnen Haltungsformen

Bei der Freilandhaltung steht den Hühnern tagsüber eine größtenteils bewachsene Auslauffläche zusätzlich zum Stall zur Verfügung. Bei der Bodenhaltung werden die Tiere nur im Stall gehalten. Die Haltung erfolgt in der Regel ebenerdig. Hier dürfen bis zu neun Tiere je Quadratmeter Fläche gehalten werden. Die Käfighaltung an sich, ist in Deutschland seit 2009 und EU-weit seit 01.01.2012 verboten. Möglich ist die Haltung in ausgestalteten Käfigen oder die so genannte Kleingruppenhaltung, die bei Gruppen von vierzig bis sechzig Tieren pro Huhn einen Platz von 800 bis 900 Quadratzentimeter Fläche und 900 Quadratzentimeter Einstreubereich pro zehn Hennen bieten muss. Nester zur Eiablage müssen abgedunkelt sein und es müssen erhöhte Sitzstangen zur Verfügung stehen.

Was verrät der Eierstempel über die Herkunft der Eier?

Nach der Haltungsform findet sich auf dem Eierstempel das Kürzel für das Herkunftsland des Eis. DE steht beispielsweise für Deutschland, AT für Österreich und FR für Frankreich. Es folgt die Legebetriebsnummer, deren erste Ziffern bei aus Deutschland stammenden Eiern verraten, aus welchem Bundesland diese stammen. Hier finden wir etwa 01 für Schleswig-Holstein oder 09 für Bayern. Die restlichen Zahlen erlauben Rückschlüsse auf den Legebetrieb. Stammen die Eier aus der Nähe, ist es durchaus eine Überlegung wert, sich den Betrieb einfach einmal von außen anzusehen.

Wie wähle ich tiergerecht erzeugte Eier aus?

Um die Herkunft der im Supermarkt gekauften Eier nachvollziehen zu können, lohnt es sich, Rückverfolgungsangebote zu nutzen. Eines der bekanntesten ist das Angebot von www.was-steht-auf-dem-ei.de, das auch als Smartphone-App zur Verfügung steht. Eine andere Möglichkeit ist der Eierkauf direkt ab Hof, den viele Bauern anbieten.