„Jedes Mitgeschöpf hat Anspruch auf Unversehrtheit und ein artgerechtes Leben.“

Deutscher TierschutzbundSo definiert der Deutsche Tierschutzbund kurz und markant seine Zielsetzung. In diesem Sinne „Stimme für die Tiere“ sein, das war konsequenterweise das Motto der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes, die im Juni diesen Jahres in Bonn stattfand.

Zwar steht der Tierschutz als Staatsziel seit dem Jahr 2002 im deutschen Grundgesetz, aber Tiere können – naturgemäß – ihre Rechte nicht einfordern. Darin, die Rechte von Tieren zu definieren, sie zu vertreten und gegebenenfalls eben auch einzuklagen, besteht die Hauptaufgabe des Deutschen Tierschutzbundes.

Dieses Aufgabenfeld ist ausgesprochen vielgestaltig: Der Deutsche Tierschutzbund arbeitet im In- und Ausland. Er setzt sich für alle Tiere ein, seien es Nutztiere, Heimtiere oder auch wilde Tiere. Belange des Artenschutzes werden ebenso einbezogen wie Fragen zu dem äußerst sensiblen Themenkomplex, der sich mit Tierversuchen auseinandersetzt.

Der Deutsche Tierschutzbund ist dazu folgendermaßen organisiert: Die alle vier Jahre stattfindende Mitgliederversammlung wählt das Präsidium. Das wiederum wird vom sog. Länderrat beratend unterstützt, der sich seinerseits aus den Präsidien sämtlicher 16 Landesverbände zusammensetzt. Auf lokaler Ebene gibt es die Tierschutzvereine, die Mitglieder im Deutschen Tierschutzbund sind, sowie die von ihnen betriebenen Tierheime.

Neben der Bundesgeschäftsstelle und dem Hauptstadtbüro verfügt der Tierschutzbund über einige interessante Einrichtungen: Das Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld bei Kappeln / Schleswig-Holstein dient unter anderem als Auffangstation für beschlagnahmte Wild- und Haustiere. Das Tierschutzzentrum Sylt arbeitet an Konzepten für den Artenschutz und gestaltet gezielt Biotope als Rückzugsmöglichkeiten für gefährdete Spezies. Das Deutsche Haustierregister hilft Besitzern sehr erfolgreich, verloren gegangene Tiere wiederzufinden. Das Tierschutzzentrum Odessa, eines der internationalen Tätigkeitsfelder des Deutschen Tierschutzbundes, setzt sich in der Ukraine für Belange des Tierschutzes dort ein. Im Anholter Bärenwald sorgt der Bund für die artgerechte Haltung von verschiedenen Bärenarten. Die Stiftung des Deutschen Tierschutzbundes verleiht jährlich einen Tierschutzpreis und fördert die Suche nach Alternativmethoden zum Tierversuch. Einzigartig ist die Akademie für Tierschutz bei München, in der Haupt- und Ehrenamtler aus Bereichen wie Biologie sowie Veterinärmedizin oder Juristen gemeinsam Fragen des Tierschutzes, vor allem auf dem Gebiet der Suche von Ersatzverfahren zum Tierversuch, teils theoretisch, teils praktisch bearbeiten.

Der Deutsche Tierschutzbund ist als gemeinnützig anerkannt und mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet. Seine zahlreichen Tätigkeiten finanziert er über Spenden, Stiftungen, aus Nachlässen, Kapitalerträgen sowie über die Mitgliedsbeiträge der ihm angehörenden Tierschutzvereine. Er wurde 1881 gegründet und stellt mit 700 Mitgliedsvereinen, deren 500 Tierheimen sowie mit etwa 800.000 Mitgliedern europaweit den größten nationalen Dachverband.

Bildquelle: tierschutzbund.de