Pfiaker PferdeÖsterreichs Landeshauptstadt und die Tradition der Fiaker ist für viele untrennbar miteinander verbunden. Schließlich gibt es diese dort bereits seit 1693. Waren es um 1700 etwa 700 Fiaker, die von Pferden durch die Stadt gezogen wurden, so fuhren zwischen 1860 und 1900 schon über 1000. Heute sind die Fiaker eine beliebte Touristenattraktion, die gerne genutzt wird, um eine Rundfahrt zu Kutsche durch die Wiener Altstadt zu unternehmen. 2008 konnten Interessierte denn auch auf 144 Fiaker zurückgreifen, die abwechselnd an ungeraden und geraden Tagen an den Standplätzen am Stephans-, Helden-, Michaeler- und Petersplatz, am Burgtheater und hinter der Wiener Staatsoper zur Verfügung standen.

Jedoch sehen sich die Fiaker und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Pferde seit einigen Jahren verstärkter Kritik gegenüber. Neben der Verunreinigung der Innenstadt durch Pferdeäpfel und die Abnutzung des Straßenpflasters durch die eisernen Hufeisen, sind es vor allem tierschützerische Belange, die moniert werden. Beanstandet wird unter anderem, dass die Arbeit im Straßenverkehr für die Pferde mit zuviel Stress verbunden ist und den Tieren an den Standplätzen kein Futter zur Verfügung steht. Außerdem sind die Nachtquartiere oft nur wenig artgerecht. Auslauf erhalten die Pferde selten bis nie. Es sind sogar Fälle bekannt geworden, in denen die Fiakerpferde in Anbindehaltung in dunklen Kellergewölben untergebracht waren. Bei heißen Temperaturen wird Jahr für Jahr von zusammengebrochenen Pferden berichtet und auch Verkehrsunfälle durch durchgehende Pferde ereignen sich immer wieder.

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ setzt sich nun für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Fiakerpferde ein. Im Rahmen eines 6-Punkte-Programms sollen dabei zunächst die Arbeitszeiten der Vierbeiner von 14 auf 10 Stunden beschränkt werden. Außerdem fordern die Tierschützer, dass an den Standplätzen der Tiere neben Tränken auch Raufutter (Heu) angeboten wird und die Pferde dort sicher vor Sonneneinstrahlung geschützt sind. Bei Temperaturen ab 30 Grad sollen Fiakerfahrten komplett verboten werden.

Auch für die Unterbringung der Rösser werden strengere Regeln gefordert. Es muss sichergestellt sein, dass die Stallungen artgerecht und mit geeigneten Auslaufflächen ausgestattet sind. Die Mindestgröße für den Freilauf soll bei 150 Quadratmetern für zwei Pferde liegen. Dazu kommen weitere 40 Quadratmeter für jedes zusätzliche Tier. Der Auslauf muss mit Artgenossen erfolgen, ein Paddock direkt an der Box ersetzt diesen nicht. Um den Stress für die Fluchttiere zu vermindern, sollen die Kutschfahrten zudem nur noch in Grünanlagen stattfinden. Hier käme beispielsweise der Schönbrunner Schlosspark infrage.

Sie möchten das Ansinnen von „Vier Pfoten“ unterstützen? Hier können Sie die Petition unterschreiben.

Bildquelle: Vier Pfoten Östereich