Katzenkinder sind süß, keine Frage, und es ist ein einmaliges Erlebnis, einmal einen Wurf Kitten aufwachsen zu sehen. Allerdings gibt es einige Punkte, über die Sie sich eingehend Gedanken machen sollten, bevor Sie Ihre Katze einmal Nachwuchs bekommen lassen.

Gesundheitliche Risiken

Paarung, Trächtigkeit und Geburt sind für die werdende Mutter mit gesundheitlichen Risiken verbunden und stellen zudem stets eine Belastung für die Katze dar. Rollige Katzen vergessen oft alles um sich herum und werden leicht Opfer des Straßenverkehrs. Weitere Risiken bestehen durch die mögliche Übertragung schwerwiegender Krankheiten während des Deckakts (z. B. FIV oder FeLV). Auch Erbkrankheiten sieht man Katze wie Kater oft nicht an, stellen jedoch – wenn die Anlage dafür besteht – eine Gefahr für den Nachwuchs dar.

Kommt es bei der Geburt zu Komplikationen, kann das nicht nur hohe Tierarztkosten zur Folge haben, sondern auch den Tod der Katze und/oder der Kitten bedeuten. Auch Missbildungen, z. B. ein offener Rücken, können bei den Kätzchen vorkommen. Kein schöner Anblick. Auch eine etwaige Blutgruppenunverträglichkeit muss im Vorfeld abgeklärt werden.

Kostenfaktor

Einen Wurf Katzenkinder verantwortungsvoll zu planen und aufzuziehen, ist teuer, auch wenn es nicht zu Komplikationen kommt. So sollten im Vorfeld einige tierärztliche Untersuchungen durchgeführt werden, um die vorgenannten Gesundheitsrisiken soweit möglich zu minimieren. Dazu kommen die Mehrkosten für hochwertiges Futter und Katzenstreu, Kosten für Impfung und Entwurmung etc. pp.. Da Katzenkinder mindestens die 12. Lebenswoche vollendet haben sollten, bevor sie in ihr neues Zuhause umziehen, kommt hier ein stattlicher Betrag zusammen, der durch den Verkauf der Katzen bzw. die Abgabe gegen eine Schutzgebühr in der Regel nicht einmal annähernd gedeckt wird.

Zeitaufwand

Ein Wurf Kitten im Haus macht Arbeit und kostet Zeit. Nicht nur, weil man den „jungen Wilden“ oft hinterherräumen und –putzen muss. Gerade um den Geburtstermin herum und in den Wochen danach, sollten Sie Urlaub nehmen können, um sich in aller Ruhe um Mutter und Kitten sowie die Suche nach passenden neuen Dosenöffnern kümmern zu können. Kommt es zu Komplikationen während der Geburt und müssen die Katzenkinder mit der Hand aufgezogen werden, dürfen Sie sich auf einige Wochen mit sehr wenig Schlaf einstellen. Anfangs müssen die Kleinen alle zwei Stunden Tag und Nacht gefüttert werden. Ohne Urlaub kaum zu schaffen.

Tierschutz

Die Tierheime sind voll mit Katzen aller Altersklassen, darunter auch viele Kitten, die alle ein schönes neues Zuhause suchen. Deren Chancen werden nicht unbedingt besser, wenn weiter fleißig Katzen „produziert“ werden.

Fazit:

Geht man die Vermehrung von Katzen verantwortungsbewusst an, ist dies mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden.
Zudem ist sie aus Tierschutzsicht kritisch zu sehen. Tierheime und Tierschutzorganisationen suchen jedoch oft Pflegestellen, die trächtige Katzen aufnehmen oder mutterlose Katzenwelpen aufziehen. Eine verantwortungsbewusste und sinnvolle Alternative, um einmal oder auch mehrfach Katzenkinder aufwachsen zu sehen.