Beim Thema Futtermäuse treffen häufig zwei Welten aufeinander. Zum einen die Mäusehalter und -liebhaber, die die Nager als Haustiere halten, und zum anderen Reptilien-, Katzen- oder Frettchenhalter, die sie als notwendige Ergänzung für den Speiseplan ihrer Pfleglinge ansehen. Ob man Katze und Frettchen nun zwingend mit extra für den Verzehr gezüchteten Mäusen ernähren muss, ist ebenso eine Streitfrage, wie die generelle Frage, ob die Haustierhaltung von mäusefressenden Reptilien zum einen nötig ist und zum anderen artgerecht sein kann.

Ein definitives, tierschutzrelevantes Problem ist jedoch die Tatsache, dass der Großteil der Futtermäuse leider unter sehr schlechten Bedingungen gehalten wird. Die Nager stammen in der Regel aus Massenzuchtanstalten, in denen sie auf engstem Raum meist in Makrokolonboxen untergebracht sind. Die Weibchen sind durchwegs trächtig, ohne Rücksicht darauf, wie alt sie sind und ob sie gesund sind. Inzucht und dadurch entstehende Missbildungen sind keine Seltenheit. Durch die Haltung auf engstem Raum kommt es zudem häufig zu Kannibalismus oder Verstümmelungen. Auf eine mäusegerechte Einrichtung und Beschäftigungsmöglichkeiten wird normalerweise verzichtet. Wer Mäuse verfüttern möchte, sollte daher auf Tiere aus tiergerechter Haltung achten. Bei Nagern aus der Zoohandlung ist dies leider sehr selten der Fall.

Wie erkenne ich einen guten Züchter?

Wer sich für Futtermäuse interessiert, sollte den Anbieter der Tiere und dessen Zucht genau unter die Lupe nehmen. Sind die Käfige ausreichend bemessen? Die geeignete Käfiggröße lässt sich zum Beispiel mithilfe von CageCalc berechnen. Alles in allem sind mindestens drei Käfige notwendig, einer für die Weibchen, einer für das Zuchtböckchen und einer für die männlichen Jungtiere, nachdem diese von den Weibchen getrennt wurden.

Die Käfige sind mit geeigneter Einstreu, z. B. Maisstreu, versehen und müssen über diverse mausgerechte Einrichtung verfügen. Hier eignen sich z. B. ein ausreichend bemessenes Laufrad, Häuser, Kletteräste, Pappschachteln, Nistmaterial und mehr. Dass ein Futternapf und eine Trinkmöglichkeit zur Verfügung stehen müssen und die Käfige regelmäßig gesäubert werden sollten, versteht sich von selbst. Als artgerechtes Futter eignen sich Körner-, Erlebnis- und Frischfutter sowie bei Bedarf Eiweißfutter (Mehlwürmer etc.).

Das notwendige Hintergrundwissen zur Zucht und Genetik ist auch bei der Futtermauszucht unerlässlich. Seriöse Futtermauszüchter verzichten auf Farb- und Fellschläge, die als Qualzucht anzusehen sind (z. B. Locken-, Langhaarmäuse, Tanzmäuse). Die Mäuseweibchen werden nicht vor der 12. Woche gedeckt (besser erst mit vier Monaten), Böckchen sind bei der ersten Verpaarung mindestens acht Wochen alt (besser 12). Nach jedem Wurf sollte die weibliche Maus pausieren dürfen, um die acht Wochen ist ein guter Zeitraum.

Einen Überblick über eine mäusegerechte Haltung, der Ihnen dabei hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen, finden Sie unter anderem bei diebrain.de.