Noch im Jahr 2011 konnte ein Anstieg verzeichnet werden – 2012 wurden erstmals seit 1997 rückläufige Schlachtzahlen in Deutschland verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, sind die Schlachtzahlen 2012 gegenüber dem Vorjahr um 15 Millionen niedriger. Diese Entwicklung zeichnet sich auch im ersten Quartal 2013 ab.

Rückgänge der Schlachtzahlen bei Nutztieren

In Deutschland wurden 2011 rund 13,1 Millionen weniger Masthühner, 992.000 weniger Legehennen und 159.000 weniger Puten geschlachtet. Lediglich bei den Schlachtzahlen von Enten konnte ein Anstieg von 624.000 Tieren verzeichnet werden. Ein Rückgang wurde hingegen auch bei anderen Nutztieren festgestellt: 1,4 Millionen weniger Schweine und 64.000 weniger Rinder fielen der Fleischindustrie zum Opfer.

Deutsche essen weniger Fleisch

Die Albert Schweizer Stiftung führt den Rückgang der Schlachtzahlen darauf zurück, dass in Deutschland weniger Fleisch verzehrt wird als in den Vorjahren. Der gemeinnützige Verein begrüßt diese Entwicklung und ruft dazu auf, weiterhin auf Fleisch zu verzichten: Die vegetarische oder vegane Ernährung könnte zu einem anhaltenden Rückgang der Schlachtzahlen beitragen.

Exportzahlen steigen

Dass der Fleischverzicht in Deutschland keine Garantie für rückläufige Schlachtzahlen ist, zeigen die zunehmenden Exporte. Fleisch, das in Deutschland nicht verzehrt wird, findet Abnehmer im Ausland, so dass sich die Fleischindustrie zunehmend auf den Export konzentriert. Die Importzahlen hingegen blieben laut Statistischem Bundesamt 2011 nahezu unverändert, Importe sind daher nicht für den Rückgang der Schlachtzahlen in Deutschland verantwortlich.

Entwicklung hält an

Auch im ersten Quartal 2013 konnten rückläufige Schlachtzahlen verzeichnet werden. Anstiege gab es mit insgesamt rund 13,5 Millionen Tieren lediglich bei Schweinen, was jedoch die gesamte Entwicklung nicht beeinträchtigt. Bei Rindern gab es weiterhin einen Abwärtstrend – die Zahl der in Deutschland geschlachteten Rinder sank um etwa 18.000 Tonnen. Zum Vergleich: 2011 wurden gegenüber dem Vorjahr 1,5 Prozent mehr Schweine geschlachtet, während sich bei Rindern mit einer Abnahme von rund 2 Prozent bereits die gegenwärtige Entwicklung abzeichnete.