Unsauberkeit gehört nach wie vor zu den häufigsten Gründen, aus denen Katzen im Tierheim abgegeben werden oder auch über Privat ein neues Zuhause suchen. Leider haben es diese Katzen, einmal mit dem Stempel „Pinkelkatze“ versehen, oft sehr schwer, ein neues Zuhause zu finden. Schließlich wünschen sich viele künftige Katzenhalter einen möglichst pflegeleichten und problemlosen bepelzten Mitbewohner und keinen, bei dem schon von Vornherein klar zu sein scheint, dass er Mehrarbeit verursacht und vielleicht Teppiche, Polstermöbel und ähnliches zerstört. Das ist zum einen durchaus verständlich, zum anderen spricht vieles dafür, auch einer „Pinkelkatze“ eine Chance zu geben.

Keine Katze ist absichtlich unsauber und straft ihre Menschen, indem sie aus Rache für deren Fehlverhalten die Wohnung beschmutzt. Allerdings ist Unsauberkeit ein Weg der Samtpfoten zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist und sie sich nicht wohlfühlen. Die Gründe dafür können vielfältig sein und lassen sich oft mit nur kleinen Maßnahmen beheben.

Beseitigung gesundheitlicher Ursachen

Unsauberkeit hat immer einen Grund. Oft sind es Probleme der Nieren und Harnwege oder auch andere gesundheitliche Probleme (oft im Zusammenhang mit Schmerzen), die zu einer Ablehnung der Katzentoilette führen. Mit Beseitigung der gesundheitlichen Probleme verschwindet auch oft die Unsauberkeit. Es lohnt daher immer, gesundheitliche Ursachen abzuklären, wenn Sie es mit einer „Pinkelkatze“ zu tun haben.

Ein Tapetenwechsel als Chance

Auch wenn es generell heißt, dass Katzen Veränderungen nur schwer verkraften, kann ein Tapetenwechsel für eine unsaubere Katze eine Chance sein. Nicht selten ist es so, dass das Problem mit dem Umzug, einer neuen Umgebung, neuen Menschen und/oder Mitkatzen, wie von Zauberhand verschwindet. Ein solches Exemplar, bei dem es im vorherigen Zuhause wirklich extreme Probleme mit Unsauberkeit gab, lebt hier bei mir und besuchte vom ersten Moment an sicher und zuverlässig die Katzentoilette. Auch heute noch. Und ähnliche Berichte gibt es auch aus zahlreichen anderen Katzenhaushalten. Natürlich gibt es dafür keine Garantie, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass dies auch bei Ihnen der Fall ist. Vielleicht war es bei den Vorbesitzern zu laut, es bestanden zu wenig Rückzugsmöglichkeiten, die Katze wurde allein gehalten oder zu wenig beschäftigt, die Gründe für Unsauberkeit können vielfältig sein und bei Ihnen einfach schlichtweg nicht bestehen, womit auch das Problem „Pinkeln“ der Vergangenheit angehört.

Kleine Veränderungen im Katzenhaushalt

Bei einer bestehenden Unsauberkeitsproblematik können bereits kleine Veränderungen helfen, die Situation für Mensch und Katze wieder erträglicher zu machen. Stellen Sie sicher, dass genügend Katzentoiletten zur Verfügung stehen. Hier gilt als Grundsatz: „Immer mindestens eine Katzentoilette mehr, als Katzen im Haushalt“. Experimentieren Sie mit verschiedenen Toilettenlösungen und der Platzierung dieser an unterschiedlichen, ruhigen Orten. Manche Katzen bevorzugen offene Modelle, andere solche mit Haube und wieder andere Klolösungen mit Einstieg von oben. Manchmal kann auch ein Wechsel der Katzenstreu helfen.

Unsauberkeit durch „Markieren“

Neben der „normalen“ Unsauberkeit kann es vorkommen, dass das Pinkelproblem darin besteht, dass die Katze markiert. Für Katzen eigentlich ein ganz normales Verhalten, jedoch für den Katzenhalter natürlich nicht wirklich angenehm. Markieren kommt häufig bei unkastrierten Tieren vor, und das nicht nur bei Katern. Auch weibliche Katzen markieren beispielsweise während der Rolligkeit unter Umständen sehr flächendeckend und ausdauernd. Hier kann in vielen Fällen durch eine rechtzeitige Kastration effektiv vorgebeugt werden.

Oft lohnt es sich auch in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen und gut ausgebildeten Verhaltenstherapeuten Lösungen zu erarbeiten, die genau auf Ihre Katze abgestimmt sind. Ein professioneller Blick von außen hilft häufig, die Gründe für die Unsauberkeit zu erkennen und diese zu beseitigen.