GeschenkWeihnachtszeit ist Geschenkezeit und gerade Kinder wünschen sich häufig ein Tier, oft einen Hund oder eine Katze, manchmal auch ein Kleintier, und haben dieses dann auch ganz groß auf ihrem Wunschzettel ans Christkind stehen. Der Wunsch nach einem Haustier ist verständlich und – richtig umgesetzt – ist es für Kinder wunderschön, mit einem oder mehreren Haustieren aufwachsen zu können. Jedoch ist gerade die Weihnachtszeit nicht unbedingt die beste Zeit, um den Wunsch nach einem Haustier zu erfüllen, auch wenn die Aussicht auf leuchtende Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum zugegeben reizvoll ist. Einige Gründe gegen Spontankäufe – nicht nur zur Weihnachtszeit – möchte ich Ihnen hier nennen.

1. Verantwortung für viele Jahre

Wer kurz vor Weihnachten noch nach dem perfekten Geschenk für die Kinder, für die Eltern oder auch für Freunde und Bekannte sucht, macht sich oft kaum oder zu wenige Gedanken, was die Anschaffung eines Haustieres eigentlich bedeutet. Werden einige Kleintiere nur wenige Jahre alt, so kann man bei einem Kaninchen schon mit acht Jahren aufwärts, bei einem Hund oder einer Katze mit 15 Jahren oder mehr rechnen. Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass sich die Interessen von Kindern oftmals als Jugendliche ändern oder diese aus beruflichen Gründen oder zum Zweck der Ausbildung das Elternhaus verlassen und die Tiere nicht mitnehmen wollen oder können. Beim Tier für ein älteres Familienmitglied, wie etwa einem kleinen Hund für die Großmutter, sollte eine Lösung bereitstehen, sollte diese Person versterben oder sich aus Altersgründen nicht mehr adäquat um das Tier kümmern können.

2. Spontankäufe entsprechen oft nicht den Erwartungen

Wer spontan ein Tier kauft, vergisst im Eifer des Gefechts oft leicht, was es bedeutet, mit Haustieren sein Heim zu teilen. Groß ist die Überraschung dann, wenn der süße Welpe plötzlich noch nicht stubenrein ist, die Katze die Kugeln vom Weihnachtsbaum holt oder der geschenkte Hamster plötzlich die Nachtruhe stört. Die Folge ist leider, dass viele tierische Weihnachtsgeschenke aufgrund unüberlegter Anschaffung bereits kurz nach den Festtagen im Tierheim landen oder nach wenigen Monaten aus Zeitmangel oder anderen Gründen vermittelt werden, weil sie den Erwartungen an ein unproblematisches neues Familienmitglied ohne Mehraufwand nicht entsprachen.

3. Voraussetzungen für eine tiergerechte Haltung sind häufig nicht gegeben

Oft ist es so, dass die künftigen Tierhalter gar nicht so genau wissen, welche Bedürfnisse das ausgesuchte Tier eigentlich besitzt. So werden viele Kleintiere in viel zu kleinen Käfigen gehalten oder eigentlich gesellige Tiere müssen aus Unwissenheit ein einsames Leben fristen. Tiergerechte Unterbringungsmöglichkeiten, hochwertiges Futter und vieles mehr, schlagen jedoch zum einen mit gewissen (Mehr-)Kosten zu Buche und sind zum anderen oft mit einem vermehrten Platzbedarf verbunden. Schließlich macht es einen Unterschied, ob nur ein kleiner Käfig aufgestellt wird oder Kaninchen ein tiergerechtes Gehege mit einer Größe von mindestens vier Quadratmetern für zwei Tiere genießen dürfen. Auch die Urlaubsbetreuung sowie die Finanzierbarkeit etwaiger auch hoher Tierarztkosten müssen im Vorfeld geklärt sein, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Alternativen zum tierischen Weihnachtsgeschenk

Die Anschaffung eines Tieres sollte gut überlegt sein und der Einzug in aller Ruhe jenseits von Weihnachtstrubel und Verwandtenbesuch erfolgen. Wenn Sie sich jedoch im Vorfeld bereits darüber klar geworden sind, dass sie trotz und gerade wegen aller Vor- und Nachteile gerne tierischen Familienzuwachs erhalten möchten, ist es eine gute Idee, ihren Kindern ein passendes Stofftier unter den Weihnachtsbaum zu legen und dieses vielleicht noch mit einem Gutschein für Zubehör oder einem altersgerechten Ratgeber zu ergänzen. Nach den Weihnachtstagen können Sie dann in aller Ruhe alles Notwendige für den oder die neuen Mitbewohner herrichten und diesen gegebenenfalls gemeinsam aussuchen.

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