Ein buntes Zirkuszelt. Die Kapelle spielt, der Direktor tritt ins leuchtende Scheinwerferlicht der Manege und kündigt atemberaubende Attraktionen an. Lustige Clowns, perfekte Illusionisten, talentierte Artisten und natürlich auch spannende Tierdressuren. Schließlich gehören zu einem Zirkus doch auch Dressurstücke mit Raubkatzen, Elefanten, Schlangen und anderen exotischen Tieren und auch eine Tierschau, oder?

Was dabei jedoch häufig vergessen wird, ist, dass Tiernummern im Zirkus zwar für die Besucher schön anzusehen sind und auch gerne einmal für strahlende Kinderaugen sorgen, jedoch dabei auf die Bedürfnisse der Wildtiere nur sehr wenig Rücksicht genommen werden kann. Zudem kommt es immer wieder zu Todesfällen. Große mediale Aufmerksamkeit erhielt etwa der Fall der Elefantendame Mädi, die im Juni dieses Jahres in einem See in Estland verstarb. Sie war innerhalb von nur 19 Monaten der achte Elefant, der in einem deutschen Zirkusunternehmen zu Tode kam.

Pro Jahr sind etwa 70 Zirkusse in Deutschland unterwegs, die auch Wildtiere mit sich führen. Die Unternehmen wechseln bis zu fünfzig Mal im Jahr ihren Standort, weshalb die Käfige leicht zu transportieren und die Tiere platzsparend untergebracht werden müssen. An den jeweiligen Standorten gibt es zwar dann oft Freigehege für die Tiere, jedoch sind auch diese in der Regel nur unzureichend strukturiert. Natürliche Verhaltensweisen, wie Klettern, Graben, Rennen oder Baden kommen meist zu kurz. Die Beschäftigung mit den Tieren ist im Großen und Ganzen auf die Dressur und die Auftritte beschränkt.

Fehlende Sachkunde zeigt sich oft außerdem in einer falschen Haltung und einer ungeeigneten Ernährung der Tiere. Auch weil teilweise die finanziellen Mittel für eine adäquate Versorgung fehlen. Verhaltensstörungen, wie Aggressionen, Teilnahmslosigkeit oder Stereotypien sind häufig die Folge. Die Dressur findet immer noch von Fall zu Fall mithilfe fragwürdiger Methoden statt, wobei grundsätzlich zu überlegen ist, wie tiergerecht es sein kann, wenn ein Tiger durch brennende Reifen springt oder ein Bär Rad fährt, um nur einige Beispiele zu nennen. Tierschutzorganisationen sind in Bezug auf Wildtiere im Zirkus häufig die Hände gebunden, weil geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere fehlen. Auch wechseln Zirkusse nicht selten unangemeldet ihren Standort, wenn ein Besuch der Veterinärbehörden ansteht.

Wildtiere im Zirkus verbieten

In vielen Ländern ist das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen bereits verboten oder nur noch sehr eingeschränkt möglich. Auch in Deutschland sprechen sich Tierschutzverbände, Bundesländer und die Bundestierärztekammer für ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen aus.

Sie möchten helfen? Meiden Sie Zirkusse, die Wildtiere mit sich führen und unterschreiben Sie die Petition zur Umsetzung des Verbots.